Reiseberichte

Georg Christel

Fliegenfischer - Fliegenbinder - Rutenbauer

unter Fliegenbinder Christel

Im Tal der Urforelle

Ein Reisebericht von Georg Christel

 

Fliegenfischen vom Feinsten an der Fuscherache in Österreich

 

Angefangen hat alles auf der EWF- in Fürstenfeldbruck 2009.

 

Nach Bekanntgabe der Gewinner der 2. Deutschen Meisterschaft im Fliegenbinden wollte ich, zu Theo Atanassov, nach oben zum Kinderfliegenbinden gehen. Plötzlich wurde ich von einem freundlichen Herrn angesprochen und zu meinem Erfolg herzlich gratuliert: " Jo Wahnsinn, do ge her kriegst a Tageskortn vo mia o meim Gewässer der Fuscherache". So lernte ich Hubert Edlinger kennen, den Obmann des Fischereivereines Fuscherache.

 

Es sollte einige Zeit dauern, um diese Einladung einzulösen.

 

Dann endlich, in der letzten Septemberwoche, fischte ich in den Bräurup-Gewässern. So war es naheliegend, den Aufenthalt mit einem Besuch bei Hubert zu verbinden. Denn Fusch ist von Mittersill nur eine halbe Autostunde entfernt. Nach einem kurzen Telefonat war alles klar. Am 30.09.09 um 9 Uhr Treffpunkt Esso-Tankstelle, Ortseingang Fusch (Tageskarten sind dort auch erhätlich).

 

Am ersten Tag wurde vormittags die Fuscherache im Ortsbereich von Fusch zusammen mit dem Aufsichtsfischer Bruno Heugenhauser befischt. Mittagspause machten wir im Gasthaus Lampenhäusl. Übrigens sehr freundliche Wirtsleute, kann ich sehr empfehlen.

Am Nachmittag zeigte mir Hubert das gesamte Gewässer in all seinen Varianten. Auch das am oberen Ende liegende Käfertal. Hubert engagiert sich sehr für die Erhaltung und Hege der dort vorkommenden Urforelle.

 

Das Ferleitental, auch als Käfertal oder Tal der 1000 Orchideen bekannt, erstreckt sich über 7 km Länge. Es ist Landschaftlich äußerst reizvoll. Selten oder noch nie hatte ich beim Fischen so eine herrliche Kulisse.

 

Mit dem Auto können Gäste nur bis zum Taleingang fahren. Ein Almbauer nahm mich aber wie selbstverständlich ein gutes Stück mit nach oben. An einer Holzbrücke nach 4 km stieg ich aus. Aber bevor ich zu Fischen begann, ließ ich noch einige Augenblicke die Ruhe und Schönheit der wildromantischen Bergwelt auf mich wirken.

 

Jetzt war es endlich soweit, mit einer Rute der Klasse 4 fischte ich die Pools mit der Trockenfliege. Beim dritten Wurf die erste Urforelle, wunderschön gezeichnete Bachforellen. Bevor die Sonne den Talboden erreichte war ein 16er Vorfach an der Trockenen kein Problem. Mit der Sonne aber blieben die Bisse aus, bis ich ein 10er Vorfach verwendete. So konnte ich in aller Ruhe in 3 Stunden 21 Fische fangen und wieder schonend zurücksetzen. 9 Forellen und 12 Äschen zwischen 20 und 35 cm.

 

Bei der Auswahl der Fliegen ist es wichtig ein Muster zu wählen, dass man gut im Blick behalten kann. Eine üppige Hechel oder eine Sichthilfe sind hier von Vorteil. Ich verwendete eine Fliege der Hakengröße 14. Der Hinterleib fluorgrün, Körper CDC gewunden, Flügel aus Schwanz vom Siebenschläfer und ein hellbrauner Hechelkranz. Mit ein und derselben Fliege konnte ich alle 21 Fische fangen.

 

Zwischendurch besuchte mich meine Lebensgefährtin bei ihrer Nordic-Walking-Tour durch das Tal. Auch Sie war von der Landschaft begeistert.

 

Die Zeit verging viel zu schnell. Nach etwa 3 ½ Stunden trennte ich mich von dem herrlichen Fischwasser und trat den Rückweg durch das Tal an. Ich hätte mehrmals mit einem Almbauern mitfahren können. Aber das Zurücklaufen, selbst in Wathosen, war fast so schön wie das Fischen. Vorbei an Glockenblumen und Enzian, Pferden und Kühen.

 

Nach einem verspäteten Mittagessen im Lampenhäusl, lies ich den Tag beim Fischen zusammen mit Bruno am unteren Bereich der Fuscherache zwischen Fusch und Bruck ausklingen. Was heißt ausklingen, immerhin hatte ich 4 Regenbogner über 40 cm und Bruno, glaube ich, doppelt so viele. Alle mit dem Streamer. Bei der starken Strömung durchaus eine Herausforderung.

 

Jedenfalls nahm ich mir fest vor wiederzukommen und etwas mehr Zeit mitzubringen. Vielleicht während der Orchideenblüte im Juni.

 

Zum Fliegenfischen auf die Urforelle im Käfertal.

 

Petri . . . . .

Euer Georg Christel

 

 

 

Aktualisiert ( Dienstag, den 08. Februar 2011 um 19:57 Uhr )